| Dekonstruktivismus dekonstruktiert |
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| Wednesday, 09. April 2008 00:43 | |
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Stanley Fish von der Florida International University bietet in der New York Times einen klasse Überblick über den Einfluss französischer Ideen der Postmoderne auf die amerikanische Universitätslandschaft. Dabei sieht er die politische Instrumentalisierung dieser Ideen in politischen Auseinandersetzungen zwischen Linken und Konservativen durchaus kritisch, da sich die Theorie selbst dieser Verwendung entziehe:
Was mich immer wieder an postmoderner Theorie erstaunt ist, dass eine Epistemologie, die es sich zum Ziel gesetzt hat die Konstruiertheit gesellschaftlicher Machtverhältnisse zu offenbaren, von ihren Vertretern erst einmal mit einem für Außenstehende völlig unverständlichen Vokabular versehen wurde. Wer mit "Differance" und "Semiotik" nichts anfangen kann, ist uninitiiert. Die Einführung von Expertendiskursen ist schließlich eines der effektivsten Mittel zur Zementierung von Machtstrukturen.
Nachtrag, von Michael: Beide Kritikpunkte an der postmodernen Theorie liefert beispielsweise auch Christopher Butler. Einerseits wird die radikale, auf Derrida fußende Theorie, dass sich keine konsistente Bedeutung konstruieren oder finden lässt zu einem höchst komplexen Witz dadurch, dass sich diese Theorie eben auch nicht schlüssig konstituieren lässt -- ohne leap of faith zumindest, und das ist ja nicht unbedingt wissenschaftlich. Andererseits führt eben die erwähnte Elitenbildung durch Spezialvokabular innerhalb einer Gruppe, die sich der Nivellierung aller Machtverhältnisse verschrieben hat, dann auch nur zu einem "WTF?! LOL". Interessant, dass gerade eben die US-amerikanische academia sich der Aufgabe verschrieben hat, Wissen leicht zugänglich zu machen, mit philosophischen und philologischen Strömungen, die einfache Lesbarkeit und Erfassbarkeit als hohes Gut begriffen. |