| Into the Wild (2007) |
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| Monday, 18. February 2008 00:17 | |
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"The core of man's spirit comes from new experiences."
In einer Form belebt Sean Penn den Mythos des Cowboys, des einsamen Grenzwanderers und Selbstsuchers, der in die Stadt reitet, die Leben aller ändert und den status quo zum Fenster hinauswirft, um dann ungesehen und vor Sonnenaufgang in schweigsamer Ungebundenheit zu verschwinden, neu. Wer jedoch gedenkt, bloß mit Theorie beladen an den Film heranzugehen um ihn abgeklärt zu rationalisieren, könnte sich danach mit einer neuen Empfindsamkeit für Scham und Bescheidenheit wiederfinden. Oder den Film, der einen vor allem um Fragen bereichert, und damit eine Chance, verpasst haben.
Vielleicht wäre es doch ganz nützlich, die Annahme des Mythos hier zu erklären, vor allem angesichts dessen, dass Regisseur Sean Penn sich schon anhören musste, einen sehr amerikanischen, patriotischen und vielleicht auch religiösen Film gemacht zu haben. „Amerika sollte für den Westen ein Mythos der Wiedergeburt der Menschheit werden, ohne die Sünde oder das Böse oder Armut oder Ungerechtigkeit oder Verfolgung, die die Alte Welt charakterisiert haben. [...] Eine interessante Sache am Mythos des Wilden Westens ist, dass dem Westen heilende Kräfte nachgesagt wurden. [...] Unser kraftvollster und durchdringendster Mythos, der einen beeindruckenden Einfluss in diesem Land und wo immer Rundfunk weltweit hin reicht hatte, ist der des einsamen Cowboy and des Westens. [...] Die Einsamkeit scheint ein kulturelles Erbe, mit unseren einsamen Vorfahren, den Jägern, den Fallenstellern, allen die ein Leben relativer Abgeschiedenheit gelebt und damit angegeben haben. [...] Der Hintergrund waren die westlichen Berge in ihrem Purpur und Lila gegen das unendliche Ocker des Wüstensandes. In den Filmen war die Courage der amerikanischen frontier men und women bereit allem zu begegnen. [...] Die Einsamkeit ist ein Ausdruck unserer Wurzellosigkeit. [...] Unverwandt mit der Vergangenheit, unverbunden mit der Zukunft, wir hängen als ob mitten in der Luft.“
Und der Cowboy und Ur-Amerikaner, mit Eltern die ihm keine Wurzeln liefern und einer Zukunft zu der er keinen Bezug hat, ist Christopher McCandless, talentierter Student and Athlet, der nach seiner Graduation sein Eigentum von 24.000 USD wegspendet, sein Auto aufgibt, und sich auf die Suche macht: nach sich selbst, nach Wahrheit, nach Schönheit. In einer Welt, zu der er sich nicht zugehörig fühlt, deren Werte und vorherrschenden Materialismus er nicht teilt, die sich der Betäubung und Ablenkung hingibt, deren Sozialstrukturen und gesellschaftliche Kälte ihn befremden, versucht er sich herauszufordern und etwas zu finden an das er sich klammern kann, das ihn erdet, das ihn endlich verwurzelt. Er sucht Heilung.
Originaltitel: Into the Wild. USA 2007, englische Sprache. Regie: Sean Penn.
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